Der effektivste Wechsel in einer Fußballmannschaft

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Wechsel haben immer den Sinn etwas zu verbessern oder verbessern zu wollen. Im Fußball soll mit einem frischen Stürmer der Rückstand egalisiert oder mit einem eingewechselten Verteidiger die Defensive verstärkt werden. Drei bis fünf Wechsel sind dabei erlaubt und nicht immer werden alle ausgeschöpft oder überhaupt davon Gebrauch gemacht.

Auch nach Ende einer Saison, manchmal auch schon vorher wenn es die Situation erfordert, wird Resümee gezogen, ob und wie die gesteckten Ziele erreicht wurden. Und nicht selten trennt sich ein Verein von seinem Cheftrainer und dessen Trainerstab um neue Akzente zu setzen. Anfänglich mögen diese auch wirken, da "neue Besen ja gut kehren sollen", jedoch wird nach kurzer Zeit im überwiegenden Teil festgestellt, dass sich die Verhaltensweisen der Spieler wieder in vergangene Muster zurück versetzt haben.

In einigen Fällen wird dann während einer Saison zum 2. mal der Trainer ausgetauscht, nur um nicht den totalen Absturz erleben zu müssen, was für den Verein immer einen finanziellen Nachteil bringen würde. Dazu kommen noch die Abfindungsforderungen die an die bisherigen Trainer weiter bezahlt werden müssen und das Budget zusätzlich belasten.

Dabei sind es doch die Spieler die auf dem Platz ihre Performance bringen müssen um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Leider blockiert der Kopf oftmals und das Leistungspotential wird nicht auf den Rasen gebracht.

Der effektivste und kostengünstigste Wechsel ist also ....

...der Wechsel in den psychologischen Fähigkeiten bzw. der Wechsel in den neuronalen Netzwerken der einzelnen Spieler.

Das Gehirn und der Geist sind nicht statisch, sie verändern sich ständig und lassen sich verändern. Es hängt also wirklich davon ab, welche Verknüpfungen der Spieler geschaffen hat und auf welche Möglichkeiten er im Spiel zugreifen kann.

Können wir bewusst neue Kombinationen neuronaler Netzwerke aktivieren, um unsere Einstellungen und Verhaltensweisen, oder beim Spieler um z.B. seine Antizipation, seine Konzentrationsfähigkeit, seine Resilienz oder seine Motivation neu zu wecken?

Wie wir aus der Neurowissenschaft wissen bestehen wir zu viel mehr, als der Hardware unseres Gehirns. Welchen Gedanken wir nachhängen, welche neuronalen Netzwerke wir wiederholt abrufen, welche Assoziationen wir verknüpfen, kurzum,  wie wir denken, entscheidet welche Handlungen wir ausführen und somit auch welche Ergebnisse wir produzieren. Und das passiert innerhalb von Millisekunden.

Dabei hat jeder Mensch (jeder Spieler) ein ganz spezielles Gedankenmuster und wird auch im Spiel (fast) immer identisch reagieren.

 

Neue Ergebnisse erfordern ein neues Denken !

 

Aber wie?

Den Spieler gut zureden? Eine Möglichkeit, aber nicht ausreichend.

Druck aufbauen? Eine weitere Möglichkeit, jedoch wird durch Angst - und Druck hat immer etwas mit einer Urangst zu tun - der Spieler eher blockiert und bringt oftmals gar nichts mehr auf die Reihe.

Fehler aufzeigen in der Hoffnung diese werden dadurch vermieden? - Im ersten Augenblick sinnvoll, leider spricht das Unterbewusstsein eines Athleten (auch von jedem anderen Menschen) eine andere Sprache und das Aufzeigen von Fehlern - gerade in der Spielanalyse verstärkt das falsche oder fehlerhafte Verhalten.

Ein mentaler Grundsatz der sich immer wieder bewahrheitet lautet daher:

 

"Beachtung bringt Verstärkung -

Nichtbeachtung bringt Befreiung"

 

Wir ketten uns neurosynaptisch an unsere früheren Erfahrungen. Das erklärt auch, weshalb Mannschaften oft von einer Niederlage zur anderen schlittern, oder der sonst so treffsichere Stürmer "keinen mehr rein kriegt".

Den Schalter umlegen - ja, aber wie?

Das ist Inhalt meines Spezial-Mental-Trainings. Der Anreiz muss aus dem Spieler selbst heraus kommen. Intrinsische Motivation sagen die Fachleute dazu. Spezielle Übungen und schriftliche Trainingsaufgaben helfen dem Spieler, oder im Kollektiv der Mannschaft, dabei von der Negativspirale auf die Positivspirale zu wechseln.

Allerdings ist eines sehr wichtig: Mentales Training MUSS mindestens wöchentlich stattfinden um die neuronalen Netzwerke gezielt auf zu bauen. Einen Mentaltrainer einmalig zu engagieren, oder wie es einige Vereine handhaben, diesen als Ansprechpartner zwar im Verein zu haben ohne regelmäßig mit der Mannschaft oder in Einzelcoachings zu trainieren macht wenig Sinn und wird keine, oder nur sehr unzureichende Ergebnisse zeitigen.

 

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