Hast Du sie? Und wenn Ja, wie wirst Du sie wieder los?

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Situationen in denen wir Angst bekommen gibt es zuhauf. Angst vor dem Vorstellungsgespräch, Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor einem Publikum zu sprechen, Angst vor Verbrechen, oder im Sport Angst vor dem Angstgegner, Angst vor dem Elfmeter, Angst vor dem Abstieg.

In vielen Situationen bildet Angst eine gesunde Reaktion auf äußere Reize. Sie wappnet uns und bereitet uns vor und ist ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, als das Angstzentrum, die Amygdala in unserem limbischen System unsere Vorfahren aufmerksam machte auf den Säbelzahntiger oder Bedrohung durch feindliche Stämme. In der heutigen Zeit gibt es viele andere Angstauslöser und nicht immer sind diese real.

Durchdringt die Angst allmählich das tägliche Leben - und das tut sie bei vielen Menschen - droht diese Angst chronisch zu werden, dann hat dieser Betreffende ein Problem. Wenn er/sie spürt, dass das Herz ohne jeden Anlass zu rasen beginnt, dass der Atem schwer wird, sich die Blutgefäße zusammenziehen, sich Schmerzen in der Brust breit machen und sich Schweißausbrüche, Übelkeit und Kreislaufprobleme hinzu gesellen wird das Leben zur Qual. Der sympathische Bereich unseres Nervensystems übernimmt die Kontrolle und das Ruder. Unser parasympathisches Nervensystem ist auf Tauchstation.

Angst ist in den meisten Fällen antrainiert! Und zwar, wenn man überall und in Allem stressbeladene Situationen vermutet. Wenn jemand ständig gespannt um sich blickt, Gefahr wittert und sich im "Sorgenmachen" übt, werden die Kampf-Flucht-Systeme unseres Körpers in dauernde Alarmbereitschaft versetzt. Oft haben diese Angstattacken ihren Ursprung in einer schwierigen Situation in der man großem emotionalen Druck ausgesetzt ist oder war, was sogar von uns nicht einmal selbst erlebt werden musste. Dann ist das Ereignis vorbei, aber unser Gehirn hat neuronale Netzwerke geschaffen, welche jetzt allein durch die Erinnerung neu aktiviert werden können.

Ein Beispiel: Viele können sich an den Film "Der weiße Hai" erinnern. Durch Steven Spielberg hervorragend in Szene gesetzt, mit den erschreckenden Bildern, der drohenden Musik, kannst Du mit Sicherheit jetzt vor Deinem Auge sehen, wie dieses Ungeheuer auf die badende Menge zusteuert und dort dann zuschlägt. Die wenigsten von uns sind oder werden jemals in ihrem Leben in Kontakt mit Haien kommen und trotzdem beschwört es bei so manchem Urlauber, selbst an der Adria, beklemmende Gefühle wenn sie ein bischen weiter hinaus schwimmen.

Die Angst sitzt in unserem Kopf. Und wenn wir ständig darüber nachdenken wird sie verstärkt. Es gibt viele Menschen, die nach einem Autounfall sich nicht mehr ans Steuer setzen, die um einen Hund einen riesen Bogen machen, weil sie evtl. einmal von einem solchen gebissen oder gezwickt wurden, setzen sich auf kein Pferd mehr nachdem sie einem Reitunfall hatten usw. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Dies sind Ängste die aufgrund eines tatsächlichen Erlebens manifestiert wurden.

Was ist in solch einem Fall zu tun? In der Psychologie sprechen wir von der "systematischen Desensibilisierung", was nichts anderes bedeutet als so schnell wie möglich in die angstauslösende Situation wieder hineinzugehen. Nach einem Autounfall, so schnell wie möglich wieder ans Steuer, nach einem Reitunfall aufs Pferd und nach einem Hundebiss wieder Kontakt mit einem Hund (sollte dann ein friedlicher sein). Durch das neue, diesmal wieder positive Erleben, werden die alten Nervenbahnen überschrieben. In meiner Arbeit als Coach begleite ich solche Klienten, so dass eine zweite Person zunächst als "Sicherheitsfaktor" unterstützend wirken kann.

Eine zweite Art der Angst ist die, dass sich Menschen davor fürchten was alles geschehen KÖNNTE. Sie haben in den Medien von einem schlimmen Ereignis gelesen, vielleicht einer Pandemie. Jeden Tag Horrormeldungen über Todeszahlen, Infizierte oder Erkrankte. Bei einigen Pandemien konnte man die Zeichen deutlich sehen, z.B. im Mittelalter bei der Pest. Pandemien können jedoch heute auch künstlich hochstilisiert werden, wie derzeit in der "Coronakrise". Ein Virus was nicht sichtbar ist müssen die Medien und Regierungen nur noch mit dementsprechenden Bildern (ob wirklich oder gestellt) vermischen und dann gilt es dies täglich mehrmals zu wiederholen. Denn wenn etwas ständig wiederholt wird fängt unser Gehirn an dies zu glauben, da sich die dementsprechenden Nervenbahnen gebildet haben und das Denkmuster des Betreffenden eine Chemie von Angst und Sorge erzeugt welche die Körperzellen befallen. Es gibt eine Unzahl von belegten Fällen die dokumentieren, dass allein die Gedanken des Betreffenden diesen zu Tode gebracht haben.

So werden Gedanken zu Stressauslösern. Statt die "Platte" nicht mehr abzuspielen werden wir süchtig danach dies immer wieder zu tun, denn der Körper verlangt weiter nach diesem Mix. Das ist auch der Grund weshalb wir dann vor dem Fernseher von einem Kanal zum nächsten zappen, uns eine Sondersendung nach der anderen anschauen in denen die Medien, die von schlechten Nachrichten leben, minütlich Angst und Panik verbreiten. Ein Teufelskreislauf!

Bei einer Panikattacke fühlt der/die Betroffene einen Kontrollverlust. Dass dieser selbst verursacht ist, wird nicht mehr bedacht, denn in einer Angstsituation wird der Frontallappen in unserem Gehirn abgeschaltet, wir sind nicht mehr in der Lage logisch und analytisch zu denken. "Ich MACHE mir Sorgen" beschreibt diesen Zustand treffend.

Wir fühlen wie wir denken - und wir denken wie wir fühlen !

 

Um diese Gefühle zu identifizieren gleicht das Gehirn unsere bisherigen Referenzen dazu ab. Dann verfolgen wir andere Gedanken zu dem selben Thema, weil die Netzwerke aktiv sind und nach der Hebb`schen Regel

"Neurons that fire together, wire together" -

die Nervenzellen die gemeinsam feuern sich verschalten und den Hormonmix verstärken.

So trainieren wir unseren Körper auf weitere Panikattacken hin. Unsere Angst erzeugt weitere Angst, weitere Sorgen und diese steigern wiederum unsere Angst, was noch mehr Sorgen bereitet. Nicht umsonst gibt es in der Gesellschaft das geflügelte Sprichwort

 

Angst fressen Seele auf !

Der Angstcocktail den unser Hippocampus erzeugt und über die Hypophyse in die Blutbahn ausschüttet wird zum Seinszustand, zum Standard. Traurigkeit, Verwirrung, Einsamkeit, Unsicherheit, Niedergeschlagenheit usw.

Wenn die Rückkoppelungsschleife zwischen Gehirn und Körper in Gang ist, das heißt, wenn Körper und Geist sich gegenseitig immer wieder ihre chemischen Bedürfnisse erfüllen entsteht ein chemischer Dauerstress.

Im Fußball z.B. erklären sich damit Niederlagenserien die viele Mannschaften in den Abstiegskampf ziehen oder beim Stürmer eine Torflaute etc. NUR durch unser Denken!

Wie also raus aus dieser Falle?

Wir müssen lernen (wenn wir es allein nicht schaffen evtl. mit Hilfe eines Coaches) unseren Neokortex, unseren Frontallappen im Gehirn zu aktivieren. Der Teil der für analytisches, planendes, kontrollierendes und hinterfragendes NACHDENKEN verantwortlich ist. Im Coaching tue ich dies mit speziellen Fragen und Veränderungen der Submodalitäten meiner Kunden. Im Fußball z.B. darf nach einer Niederlage auf keinen Fall am nächsten Trainingstag der gleiche Trainingsrhythmus stattfinden wie vorher und von Videoanalysen mit Fehleraufzeichnung rate ich ebenfalls dringend ab.

Die Behandlung einer Phobie führe ich mittels NLP-Techniken durch. Dies bedarf eines Coaches.

Zum Schluss gilt es bei allem ängstlichen Denken sich an die Worte von Mark Twain zu erinnern, der einmal sagte:

"Die meisten Menschen sterben 1000 Tode vor ihrem eigentlichen Tod". Von 100 Sorgen und Ängsten treffen 92 nicht ein, sie bestimmen aber 100% unseres Tages. Deshalb überlege Dir zu Deiner Angst einmal, in welchem prozentualen Anteil Deine Angst Wirklichkeit würde und Du wirst merken, dass allein schon dadurch Dein Neokortex Dir die Angst nehmen oder zumindest reduzieren wird. (Bei der derzeitigen Pandemie sind es nur ca. 0,0002% die wirklich an dem Virus sterben - warum dann sich 100% Sorgen und Angst machen)

 

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